01 | 2022
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Sport, Spaß und langes Leben

Gesund und entspannt mit Golf

VON PETRA HELLMANN

Bewegung an der frischen Luft, die Freude über einen gelungenen Abschlag, Chip, Pitch oder Putt und nette Mitspieler – immer mehr Menschen entdecken die Freuden des Golfsports. Allein der Deutsche Golfverband e. V. (DGV) verzeichnete im Jahr 2021 673.000 Mitglieder. Dabei ist die Altersgruppe der über 55-Jährigen die größte. Kein Wunder. Denn Golf spielen macht nicht nur viel Spaß, sondern ist auch noch außerordentlich gesund. Laut einer schwedischen Studie leben Golfspieler, die regelmäßig die Schläger auf den Fairways schwingen, im Durchschnitt fünf Jahre länger als ihre nichtgolfenden Alterskollegen. Bei der von Wissenschaftlern des Karolinska-Instituts in Stockholm durchgeführten Studie wurde die Lebensdauer von mehr als 300.000 Golferinnen und Golfern mit der von Nichtgolfern verglichen. Danach haben Golfer ein 40 Prozent niedrigeres Sterberisiko als Altersgenossen mit anderen Hobbys.


Power für den Stoffwechsel

Die gesundheitlichen Vorteile des Sports rund um den kleinen weißen Ball sind vielfältig, denn der Outdoorsport trainiert die Muskeln, unterstützt die Beweglichkeit, fördert Ausdauer und Konzentration. Bei einer 18-Löcher Runde ist man vier bis sechs Stunden an der frischen Luft und legt je nach Platzgröße bis zu zehn Kilometer zurück. Das kurbelt die Fettverbrennung an – pro Runde werden beim Golfen bis zu 1200 Kalorien verbraucht und die von Medizinern empfohlene Tagesration von mindestens 10.000 Schritten hat man auch locker geschafft.

Effektives Muskeltraining und mehr

Jeder einzelne Golfschwung ist ein komplexer Bewegungsablauf, der mehr als ein Viertel der 656 Muskeln des Körpers trainiert. Dabei ist besonders die Brust- und Schulter- und Armmuskulatur gefordert. Aber auch die Rückenmuskeln sind im Einsatz, während die Rumpf- und Beinmuskeln für Stabilität sorgen. Außerdem bleiben die im Alter nachlassenden koordinativen Fähigkeiten und das Gleichgewicht länger erhalten. Darüber hinaus wird die auch im Alltag wichtige Augen-Hand-Koordination intensiv geschult. Bei golfspielenden Frauen konnte zudem eine höhere Knochendichte nachgewiesen werden.

Viel Schwung für Herz und Kreislauf

Doch das Golfspiel kann noch mehr. Ausgeübt mit moderater körperlicher Aktivität und geringem Verletzungsrisiko, unterstützt es bei der Vorbeugung und Behandlung von chronischen Erkrankungen wie Diabetes, Schlaganfällen, Beeinträchtigungen des Bewegungsapparates oder verschiedene Krebsleiden. Die im Vergleich mit den meisten anderen Sportarten konstant niedrige Belastung ist ideal für Herz und Kreislauf, beugt Herzinfarkten vor und eignet sich auch für Menschen mit Bluthochdruck. Doch wie so oft im Leben gilt auch hier – die Menge macht‘s: Zwei bis drei Mal wöchentlich sollte man schon zur vollen Runde auf dem Platz unterwegs sein.


Da ist ordentlich Luft drin

Auch die Lunge profitiert beim Ausüben des traditionsreichen Outdoorsports, der zur Verbesserung ihrer Funktion und vor allem bei älteren Golfern zur Stabilisation der Atmung beiträgt. Golfspielen führt außerdem bei Personen mit chronischen Lungenerkrankungen zu einer Reduktion der Symptome. Und bei jugendlichen Asthmatikern werden die Lebensqualität und die Leistungsfähigkeit durch regelmäßiges Golf spielen deutlich verbessert.

Entspannung ist angesagt

Doch der Golfsport ist nicht nur gut für die körperliche Gesundheit, auch das Nervenkostüm wird gestärkt. Denn die Ruhe auf dem Golfplatz und die Bewegung in der Natur helfen, Alltagsbelastungen hinter sich zu lassen und Stress abzubauen. Verschiedene Studien weisen zudem auf die sozialen Aspekte des Golfens hin: Wie kaum ein anderer Sport fördert Golf die Interaktionen zwischen den Generationen und bietet viele Möglichkeiten, mit Freunden in Kontakt zu bleiben und neue Kontakte zu knüpfen.

Golf auf Rezept

Seit 2022 ist der Golfsport offiziell als Rehasportart anerkannt. Möglich macht diese eine Vereinbarung zwischen dem Bundesverband RehaSport Deutschland und den Trägern der Sozialversicherung. Bisher musste Rehasport in geschlossenen Räumen stattfinden. Jetzt hat sich das geändert und auch Golfspielen ist für Menschen mit körperlichen, geistigen, seelischen und Sinnesbeeinträchtigungen nach ärztlicher Verordnung möglich. Die Kosten für 50 Trainingseinheiten übernehmen die Krankenkassen. Ziel der Vereinbarung ist es, motorische Fähigkeiten wie Kraft, Ausdauer, Koordination und Flexibilität so weit zu entwickeln, dass der Betroffene im Anschluss motiviert ist, auf eigene Kosten weiterhin Sport zu machen. Allerdings gibt es spezielle Auflagen wie Qualifikationsnachweise der Gruppenleiter, die von den Golfclubs erfüllt werden müssen, bevor sie Rehasportgruppen anbieten können.